Landkreis Oldenburg (ots) –

Am Donnerstagnachmittag begrüßten Landrat Dr. Christian Pundt, Kreisrätin Nicole Oberstedt, Kreisbrandmeister Frank Hattendorf sowie der Leiter des Amtes 34, Karsten Bilger, zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Presse in den Räumlichkeiten der Kreisfeuerwehr in Ganderkesee.

Anlass der Presseinformation war die geplante Erweiterung der bestehenden Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) zu einem modernen Gefahrenabwehrzentrum (GAZ). Im neuen Zentrum sollen künftig neben der Kreisfeuerwehr auch zentrale Aufgaben des Zivil- und Bevölkerungsschutzes gebündelt werden.

Nachdem der Ankauf zusätzlicher Flächen erfolgreich abgeschlossen und erste Planungen gestartet wurden, informierte der Landkreis Oldenburg die Öffentlichkeit nun über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte des Projektes.

Reaktion auf neue Herausforderungen

Die Notwendigkeit für den Ausbau ergibt sich insbesondere aus den stark gewachsenen Anforderungen im Feuerwehrwesen sowie im Zivil- und Bevölkerungsschutz. Die bestehende FTZ ist räumlich bereits an ihre Grenzen gestoßen.

Spätestens seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die Bedeutung von Zivil- und Katastrophenschutz deutlich zugenommen. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, sämtliche Anforderungen, von der Feuerwehr über den Katastrophenschutz bis hin zum neu geschaffenen Amt 34, zusammenzuführen und in einem ganzheitlichen Konzept neu zu denken.

„Unsere Devise war: Wir machen es jetzt einmal richtig – oder gar nicht“, betonte Landrat Dr. Christian Pundt.

Zentrale Bündelung aller Kompetenzen

Ziel des Gefahrenabwehrzentrums ist es, alle relevanten Bereiche an einem Standort zu bündeln und so die Zusammenarbeit deutlich zu verbessern. Neben der Kreisfeuerwehr wird auch das Amt 34 mit Verwaltungseinheiten und gesicherten Räumlichkeiten für den Zivilschutz im GAZ untergebracht.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung im Krisenfall sowie auf der Aufrechterhaltung wichtiger Versorgungsstrukturen, etwa der Strom- und Wasserversorgung und der Einsatzkräfteversorgung.

Auch zukünftige Herausforderungen wie der sogenannte „Operationsplan Deutschland“ der Bundeswehr wurden in die Planungen einbezogen. Dieser sieht vor, dass Deutschland im Falle eines militärischen Konfliktes, insbesondere an der NATO-Ostflanke, eine zentrale Rolle als logistischer Knotenpunkt für Truppenbewegungen übernimmt. Aufgrund der geografischen Lage könnte auch der Landkreis Oldenburg hiervon betroffen sein.

Moderne Infrastruktur und Autarkie

Das geplante Gefahrenabwehrzentrum soll auf einer Fläche von rund vier Hektar entstehen. Die Investitionskosten werden auf bis zu 40 Millionen Euro geschätzt.

Ein wesentliches Ziel ist die energetische Autarkie des Gebäudes, um auch in Krisensituationen unabhängig und resilient arbeiten zu können.

Parallel bleibt die bestehende FTZ weiterhin in Nutzung. Sie soll künftig unter anderem für Ausbildung, die Kreisjugendfeuerwehr, Fahrzeugreserven sowie den Bevölkerungsschutz genutzt werden. Auch die Einbindung weiterer Akteure wie des Technischen Hilfswerks (THW) ist vorgesehen.

Ausbau der Ausbildungskapazitäten

Kreisbrandmeister Frank Hattendorf wies darauf hin, dass sich die Anforderungen an die Feuerwehren in den vergangenen Jahren erheblich verändert haben. Gleichzeitig werden Ausbildungsangebote zunehmend von Landesebene auf die Landkreise verlagert.

„Wir benötigen moderne Übungsmöglichkeiten und deutlich mehr Platz, um den steigenden Ausbildungsbedarf abzudecken“, so Hattendorf.

Bereits seit zwei Jahren besteht eine technische Einsatzleitung (TEL) mit rund 40 speziell ausgebildeten Feuerwehrkräften, die regelmäßig für den Ernstfall trainiert werden. Aufgrund fehlender Kapazitäten mussten hierfür externe Räumlichkeiten angemietet werden. Perspektivisch soll auch die TEL im neuen Gefahrenabwehrzentrum untergebracht werden.

Zusammenarbeit und Zeitplan

Das Projekt wird in enger Abstimmung mit der Gemeinde Ganderkesee und deren Bürgermeister umgesetzt.

Karsten Bilger, Leiter des Amtes 34, betonte die Bedeutung funktionierender Schnittstellen zwischen den beteiligten Bereichen: „Es kommt entscheidend darauf an, die Zusammenarbeit optimal zu verzahnen und effizient zu gestalten.“

Vorausgesetzt, die politischen Gremien erteilen ihre Zustimmung, könnte der erste Spatenstich im Jahr 2027 erfolgen. Ziel ist es, das Gesamtprojekt vor Ende des Jahrzehnts abzuschließen.

Neue Einsatzmittel vorgestellt

Im Anschluss an die Pressekonferenz wurden im Außenbereich der FTZ mehrere Neubeschaffungen der Kreisfeuerwehr, die in den letzten Monaten beschafft worden waren, präsentiert. Dazu zählten unter anderem ein Großlüfter, Notstromaggregate, geländegängige Kleinfahrzeuge sowie zwei neue Mannschaftstransportfahrzeuge.

Besonderes Interesse galt auch einem Quad und einem Motorrad, die für spezielle Einsatzlagen vorgesehen sind. Landrat Dr. Christian Pundt ließ es sich nicht nehmen, das Quad persönlich zu testen und drehte eine Runde über das Gelände.

Ergänzt wurde die Ausstellung durch einen schweren Transport-Lkw mit Anhänger und Sandsackfüllmaschine, der vom Land Niedersachsen für den Katastrophenschutz bereitgestellt wurde.

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